OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Schmuck und Beigaben am Grab - Liebesbeweise und Zwiegespräche zwischen hier und dort

 - Februar 2014
Ausgabe: 
Nr. 124, I, 2014

Auf dem Ohlsdorfer Parkfriedhof kann jeder Besucher leicht erkennen, ob eine Grabstätte regelmäßig besucht und gepflegt, auch verschönert oder personalisiert wird. Die Vielfältigkeit der Mitbringsel und Verzierungen, die Art der Auswahl, Einordnung oder Aufhängung sagt eine Menge über Trauerverarbeitung.

Erinnerungen, Treue oder Sehnsucht spiegeln sich häufig wieder, man erfährt aber oft noch mehr – etwa über das Alter der betroffenen Menschen, deren Herkunft, ihr soziales Umfeld oder ihre Hobbys: Anders gesagt, die mitgebrachten Beigaben erläutern die fortdauernden Beziehungen von Hinterbliebenen zu einem geliebten Menschen, auch über den Tod hinaus. Diese sichtbaren Beigaben am Grab können floraler oder engelhafter, leuchtender, herzlicher, tierischer oder bildlicher Natur sein und noch vieles mehr.

Blumen in der Hand
Blumen in der Hand der Skulptur am Grabmal Lobkowitz. Foto: Behrens

1. Die großen Favoriten

Frische Blumen, besonders Rosen, sind nach wie vor und nicht nur zum Todes- oder Geburtstag die beliebtesten Grabgeschenke. Sie werden als Strauß in die dafür vorgesehene Vase gesteckt, auf dem Grab als Bündel oder hübsch verteilt einzeln hingelegt. Da wo kein Grabstein steht, wie im Ohlsdorfer Ruhewald, werden sie einfach in die frische Erde gesteckt und auch gerne in die Hand einer Statue wie beim Grabmal Lobkowicz dicht an der Cordesallee. Selbst im Winter findet man neben den im Blumenladen gekauften Gestecken noch frische Blumen. Rar sind Kunstblumen (in Ohlsdorf nicht besonders erwünscht!), dennoch kann man sie hin und wieder entdecken – zum Beispiel nördlich der Kapelle 6 in einzelnen Schalen ums Grab eines Thai-Angehörigen oder auf einem deutschen Grab in der Nähe der Kapelle 9 mit einer schon von weitem sichtbaren Umrandung aus bunten roten und gelben Plastikweihnachtssternen. Selbst auf dem Friedhof gibt es solar betriebene Blumentöpfe, so etwa auf einem ansonsten mit frischen Blumen bepflanzten Grab südlich der britischen Kriegsgräber.

Engel
Sehr häufig anzutreffen: KLeine weiße Engelfiguren. Foto: Behrens

Die seit Jahren weit verbreitetsten Mitbringsel sind zweifellos die meist kleinen, weißen Engel, die Peter Schulze in seinem Beitrag "Himmlisches Geflügel" (in "Ohlsdorf" Nr.100/101) schon 2008 ausführlich beschrieben hat. Diese Engel, nicht nur aus Keramik, gelegentlich bunt oder größer, werden vor bzw. auf dem Grabmal angebracht: In allen denkbaren Positionen dargestellt – betend, sitzend, pustend, hockend, tanzend, liegend, schlafend, lachend oder weinend – sind sie nicht teuer und leicht zu transportieren. Früher verstand man die in der Regel großen Engelsstatuen vorrangig als Himmelsboten; heute sind die kleinen Figuren eher Symbol für die zum Himmel gegangene Seele. Letztere haben inzwischen auch die chinesischen und islamischen Grabfeldern erobert und schmücken längst nicht nur Kinder- und Urnengräber, sondern mehr oder weniger den ganzen Ohlsdorfer Friedhof. Manchmal entdeckt man sie auch an den unerwartetsten Stellen, wie etwa zu den Füßen der großen Christus-Statue am Althamburgischen Gedächtnisfriedhof.

Engel
Engelfiguren gibt es auch auf islamischen Gräbern. Foto: Behrens
Laterne
Neuerdings sind Laternen auf dem Grab sehr beliebt. Foto: Behrens

Seit relativ kurzer Zeit ist neben Blumen und Engeln eine weitere Kategorie von Grabbeilagen im Vormarsch, die der Lichter – Kerzen und immer häufiger Windlichter und Laternen. Dort wo früher – in der Winterhalbzeit, besonders um Allerheiligen, den Totensonntag und Weihnachten und hauptsächlich bei den katholischen Gräbern – nur kleine Kerzen in roten Gefäßen vorzufinden waren, kann man diese jetzt häufiger und über das gesamte Friedhofsgebiet verstreut sehen. Darüber hinaus stehen heute auf den Grabstellen immer mehr Laternen: hergestellt aus den unterschiedlichsten Materialien, in allen erdenklichen Größen bis zu einer Höhe von 50 cm, werden sie mittig, seitlich, einzeln oder zu mehreren ans Grab gestellt bzw. daran aufgehängt; natürlich gibt es darunter auch welche mit Batterie bzw. Solarbetrieb. Diese Entwicklung lässt sich auf dicht besiedelten Grabfeldern besonders gut beobachten: zum Beispiel auf dem Urnengrabfeld westlich vom Bombenopfer-Mahnmal, auch auf den islamischen Gräberfeldern oder dem zurzeit rasch wachsenden Areal mit Reihengräbern östlich der Kapelle 9. Als Inbegriff ewig dauernder Liebe ist eine vierte, altbewährte Sorte von Schmuck am Grab zu erwähnen, die der Herzen.

Herz
Das Herz, Inbegriff ewig dauernder Liebe. Foto: Behrens

Man findet in Ohlsdorf jede Menge Herzen in verschiedenen Größen, Farben und Materialien: rote Kunststoff- oder Glasherzen, Keramikherzen, herzförmige Blumenschalen und Vogeltränken aus Terrakotta, metallene Kerzenhalter in Herzform auf einem Baum, neuerdings auch gestickte Filzherzen. Auch in Eigenregie können Herzen allein durch die Bepflanzung des Grabs aus buntem Kies oder einem Haufen Steine gebildet werden. Andere Angehörige bzw. deren Kinder zeichnen einfach mithilfe von Kastanien, Tannenzapfen, Steinen oder auch Glasstücken herzförmige Umrisse – oder auch mit Kerzen, wie bei "Sexy Cora" an der Cordes-Allee. Dort sammelten sich übrigens über Monate unter anderem auch unzählige Plüschtiere, die sonst hauptsächlich auf Kindergrabmalen zu finden sind.

Herz
Ein Herz aus lauter Grablichtern. Foto: Behrens

Ebenfalls häufig anzutreffen sind Tiere und "tierische Mitbringsel":

Vögel
Keramik-Vögel auf einem Grabstein. Foto: Behrens

Keramik-Vögel zum Beispiel sitzen auf einem Stein oder eine schlichte gläserne Schale als Vogeltränke wird davor platziert; andere Leute hängen lieber Vogelfutter und Maiskolben in die nahe stehenden Büsche. Auf diese Weise kann man allerlei Katzen, Hunde, Elche, Rehe, Löwen, Kaninchen, Delphine, Enten, Frösche, Grashüpfer, Schnecken, Libellen oder Bienen treffen – sogar einen Terrakotta-Hühnerhof mit Hahn, Henne und Ente.

Schmetterlinge
Grabstein mit Schmetterlingen. Foto: Behrens

Die sogenannten Schmetterlingsgrabstätten werden selbstredend mit vielen Schmetterlingen bevölkert – die gleichermaßen bei Kindergräbern sehr beliebt sind; die neuen, bunten und federleichten Sorten rosten nicht mehr und sehen, dank eingebauter Federung, bei jeder Brise so aus, als ob sie fliegen würden. Ein schönes Exemplar aus Mosaiksteinen findet man noch östlich der Kapelle 8.

Fröhlich bunte Marienkäfer schmücken nicht nur Kindergräber; man findet beispielsweise auch welche auf manchen Schildern im Ohlsdorfer Ruhewald bei der Kapelle 11 oder auf der eigentlich nur für Blumen vorgesehenen Ablagefläche am vorderen Rand der anonymen Grabstätten östlich der Kapelle 13.

Fotos
Porträtfotos auf islamischen Grabstätten. Foto: Behrens

Eine weitere persönliche Art Beigabe nimmt auf den Gräbern zu: Fotos. Die laminierten oder eingerahmten Bilder der Verstorbenen, besonders auf dem neueren islamischen Feld östlich der Kapelle 13 sind natürlich viel günstiger als etwa die ersten Laser-Portraits der iranischen Moslems im älteren Teil. Die modernen Techniken ermöglichen sogar eine neue Verbindung – das Foto kann direkt auf ein kleines Herz kopiert werden, wie etwa beim Grabmal Wittenberg zwischen Mittelallee und Kapelle 12.

Bewegende Fotos begleiten oft Kindergräber, unabhängig davon, ob diese einzeln oder gemeinsam auf Kindergrabstätten liegen, so das Bild eines kleinen Mädchens umgeben von sechs Laternen und vielen anderen Beigaben südlich der Kapelle 10, oder in dem weißen Holzrahmen an einem Urnengrab, auf dem zwei hängende, weiße Ton-Herzchen das Foto einer Mutter mit Baby begleiten. Aber Bildbeigaben können auch anders verstanden werden: Am Grab einer Mutter stehen beispielsweise zwei Rahmen mit Fotos ihrer drei Kinder, einmal ganz jung, dann als Jugendliche. Vor einem anderen Grab am Prökelmoorteich wiederum stehen links und rechts die Fotos zweier Hunde, vermutlich die Lieblingshunde der Verstorbenen.

2. Weitere Grabbeigaben

Meist findet man auf den geschmückten Gräbern Querverbindungen zwischen den verschiedenen Mitbringseln, die nach mehreren Besuchen oder von unterschiedlichen Personen gebracht wurden. Auch an die Jahreszeit passen sich die Trauernden an, um bei bestimmten Festen ihre Gräber besonders zu pflegen. Anfang April schmücken die Chinesen ihre Gräber mit Primeln und allerlei Beigaben für ihr Totenfest. Zu Ostern mehren sich Osterhasen, auch Ostereier liegen auf den Grabstätten bzw. hängen an Sträußen oder Büschen.

Osterhase
Grabschmuck zu Ostern. Foto: Behrens

Zum Muttertag sind die mit Blumen umrandeten Kindergräber besonders hübsch, im Herbst zieren Zierkürbisse neben Astern das Grab. Zu Weihnachten wird der Boden mit Tannenzweigen besonders schön bedeckt, der Grabschmuck gepflegt, die Verzierung üppig. Allseits macht man eifrig mit: Weihnachtstannen, Weihnachtssterne, Christrosen, Weihnachtskugeln, singende Engelchen, glitzernde Girlanden, Weihnachtsmänner, und sogar die passende Mütze. Aus Schönheitsgründen – oder Zeitmangel? – überdauert manche Verzierung ihre Jahreszeit: eine Weihnachtskugel hängt noch (oder schon?) im Oktober, zu Weihnachten findet man Ostereier.

Eine wenig verbreitete, dafür umso interessantere Beigabengruppe sei an dieser Stelle noch genannt: die der Speisen und Getränke. Dass die Chinesen ihre Verstorbenen mit Nahrungsmitteln versorgen, wissen wir; auch liegen zu Weihnachten häufig Orangen und Clementinen neben Räucherstäbchen, Engeln und Weihnachtsschmuck auf den Grabstätten.

Orange
Orange auf einem Chinesengrab. Foto: Behrens

Die Osteuropäer sind für ihre Festmahle zu Geburts- und Todestagen bekannt: Ab und zu liegen Schalen voller Pommes am Grab, wie etwa bei der Familie Minic am Westring nordöstlich der Kapelle 7; einer von ihnen hatte im vergangenen November eine angebrochene Lebkuchen-Packung mit auf seinem Grab bei den islamischen Grabstätten. Nicht weit entfernt hielt übrigens ein netter Iraner anlässlich des ersten Todestag seiner Frau dem vorbeigehenden Besucher eine persische Keksdose entgegen – ihre Lieblingsgebäcke. In Ohlsdorf finden sich ferner so manche Süßigkeiten auf Kindergräbern: Lollys, Baumstamm-Riegel, Schoko-Osterhasen oder -Weihnachtsmänner oder auch Kinder-Überraschungseier. Auf dem Sockel der schon erwähnten Christus-Figur am Haupteingang lag einmal im Frühling ein Stück Kuchen neben Tannenzapfen und roten Lichtern. Viel seltener sind dagegen Getränke zu finden, doch auch davon gibt es hin und wieder welche zu entdecken: Cola-Flaschen bei Osteuropäern oder Chinesen, Bierflaschen wie auf den Reihengräbern bei Kapelle 9, selbst eine angebrochene Rotwein-Flasche mit halbvollem Weinglas neben dem Brunnen östlich vom T-Teich.

Wein
Rotwein als Grabbeigabe. Foto: Behrens

Darüber hinaus, vielleicht mit Letzterem zusammenhängend, sind mitgebrachte Sitzgelegenheiten eine besondere Grabbeigabe. Die bürgerlichen Auftraggeber der prunkvollen Grabstätten von früher bauten in der Regel eine Bank dazu, so wie beim Grabmal Lippert an der Waldstraße. In den 1970er Jahren, vor knapp vierzig Jahren, brachte ein alter Witwer aus Klein-Borstel einen alten Gartenstuhl zu dem Grab seiner Frau am Ausgang Bramfeld, um sich von dem langen Weg zu erholen und noch eine Weile bei ihr zu sitzen (ehe er den Stuhl anschließend unter der nebenstehenden Tanne mehr oder weniger gut versteckte).

Klappstuhl
Klappstuhl neben einem Muslim-Grab. Foto: Behrens

Heute findet man Klappstühle oder leichte Plastikbänke in vielen Ecken des Friedhofs und ganz besonders bei den Moslems, wenn diese nicht gleich von vornherein eine schwere Bank auf ihren Grabanlagen eingeplant haben; gegen Diebstahl hilft wohl die Eintragung des Namens, wie es dort auf einer Bank zu lesen ist: "EIGENTUM VON SELIM Sener". Auch trauernde Eltern brauchen manchmal ihre Bank – wie die Familie der 2004 ermordeten siebenjährigen Angelina oder auch die des vierjährigen Bini in PA 47.

Zahlreiche Grabbeilagen tragen Inschriften auf Steinen, Engeln, Täfelchen oder anderen Mitbringseln. Auf den meisten stehen die üblichen Sprüche in der Art "Unvergessen", "Es bleibt die Erinnerung", "Im stillen Gedenken" oder "In stiller Trauer". Hin und wieder kann man jedoch persönlichere Worte lesen: "Liebe verzaubert" etwa oder "Für immer wirst Du in unseren Herzen sein"; "Du lebst bzw. du bist in unseren Herzen"; "In Liebe geboren, in Liebe gelebt, in Liebe gestorben"; "Natur ist immer eine Blume"; "Ich bin Dein Schutzengel". Man freut sich dann, wenn es origineller klingt, wie beispielsweise auf einer ganz kleinen Steintafel bei einem Urnengrab die folgende Inschrift: "Gott konnte nicht überall sein, also schuf er die Großmütter".

Texttafel
Erinnerungstafel mit französischem Text. Foto: Behrens

Oft werden Texte in einer Fremdsprache formuliert, wie hier "An Eternal Memory Of A Dear Grandma" mit einer langen Huldigung auf Englisch an eine andere Großmutter, dem Namen nach vermutlich aus Ghana. Oder bei einem weiteren Beispiel, diesmal auf einem aus Frankreich mitgebrachten Täfelchen für eine deutsche Familie: "Que ton repos soit doux comme ton coeur fut bon" – Deine Ruhe sei so sanft wie dein Herz gut war. Mancher Hinterbliebene rahmt einen handschriftlichen Brief an den Geliebten offen ein. Dennoch spricht ein auf der Grabkante hingelegtes, kurzes "Ich vermisse Dich" aus Ton gleichermaßen für sich, ebenso wie ein bloßer, schlichter Vorname wie MEIKE aus Tannenzapfen auf die Grabstätte gelegt. Um so bewegender ist es, wenn es sich um Vornamen von Kindern handelt, etwa ein LENNY aus Holzstücken oder TOBIAS, hübsch auf einen Stein gemalt.

Es sind eben vor allem die Grabbeigaben und die Trauerarbeit für Kinder – und von Kindern, die einen ganz besonders berühren. Es wirkt schon anders, wenn neben einem roten Herzchen die Worte "Wir vermissen Dich" auf dem Foto dreier heranwachsender Kinder stehen. Oder wenn man beim erwähnten siebenjährigen Mädchen unter ihren Lebensdaten auf einem steinernen Herz die Worte "Ruhe sanft meine Nudel" liest und darüber hinaus den Link www.angelina-im-herzen.de auf der blauen Plastiklehne der Bank ihrer Eltern entdecken kann. Heute sind Beigaben auf Kindergräbern gang und gäbe: Lieblingsspielzeug des Kleinen, Geschenke der Familie und seiner Freunde: Plüschtiere, Puppen, Autos, Windmühlen und vieles mehr. Das war nicht immer so – die Gründung der ersten gemeinschaftlichen Kindergrabstätten im Jahre 1998 hat sicher Pionierarbeit geleistet. Entsprechend überrascht war die Verfasserin 1992, als sie nordwestlich vom Bombenopfermahnmal erstmalig Spielzeuge im Grünen entdeckte: Zwei hölzerne Elefanten mit Rollen, zwei Teddys und ein Holzbaukasten lagen am Einzelgrab des 1988 gestorbenen kleinen Elvis. 1995 lehnten sich nur noch die beiden Teddys an den Stein, 2001 war das Grab überwuchert. Seit 1998 hat hingegen auf seinem gepflegten Grab der damals elfjährige und offensichtlich fußballbegeisterte Philipp immer noch eine ganze Sammlung von Muscheln, Engeln, Laternen und anderen Mitbringseln und – Fußbällen: im Herbst wäre er 26 Jahre geworden und bekam offensichtlich einen ganz neuen dazu.

Fußbälle
Fußbälle auf dem Grab des elfjährigen Philipp. Foto: Behrens

Die Liebesbeweise von trauernden Kindern sind gleichermaßen bewegend, etwa bei den "von Lily" zum Geburtstag selbst gezeichneten Eichhörnchen und Schmetterling oder auch die Bärenfamilie mit drei Bärenkindern am Vatergrab, das die Kinder später im Herbst mit einer doppelten Kastanienumrandung und selbst-beschrifteten Kerzen ("Für Papa von Lara – ich habe Dich lieb") schmückten.

Zuletzt sollten zu den Verzierungen noch einige auffällige Beigaben erwähnt werden: Ein Seil mit Fahnen in einem Baum im Ohlsdorfer Ruhewald, eine lange Zierkette in den Zweigen eines Rhododendron, eine andere aus Zapfen auf einem Grabstein, Perlen- und Gebetsketten bei den Moslems, eine Handtasche bei einem zweimonatigen Mädchen.

Gebetskette
Gebetskette an einem muslimischen Grabstein. Foto: Behrens

Neuerdings wird auch hier und da ein Netz über die ganze Grabstätte gespannt, um frisch gepflanzte Blumen im Frühling gegen Kaninchen, im Herbst gegen das herabfallende Laub zu schützen – selbst auf einer großen Anlage wie der der Familie Ulbricht bei Kapelle 9. Es gibt in Ohlsdorf aber auch viele lustige Grabbeigaben, fröhliche Gartenzwerge und Witzbolde: Man sollte sich einfach überraschen lassen!

Nach Jahren der Beobachtung und Hunderten von Bildern zu dem Thema möge dieser Beitrag helfen, den Blick des Besuchers beim Gang über diesen wunderschönen Parkfriedhof zu schärfen und sein Herz für die Gefühle seiner Mitmenschen zu öffnen.

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