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OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Titelthema

Artikel aus der Rubrik "Titelthema":

Bestatten, Bewahren, Besuchen – Beispiele zum sachgerechten Umgang mit Gruftinventaren

Dornum

Viele Denkmalämter und Kirchengemeinden stehen meist vor einem unerwarteten Problem, wenn eine Gruftanlage, oft aufgrund baukonservatorischer Gründe, geöffnet wird. Durch schlechte klimatische Bedingungen, aber häufiger noch durch anthropogene Eingriffe wie Vermauern von Belüftungsöffnungen, Plünderungen und Vandalismus, ist nicht nur die Bausubstanz in einem schlechten Zustand.

Die "Gruft-Frage"“ und der Ohlsdorfer Friedhof

Kapelle

Als die St. Jakobigemeinde in Hamburg am Ende des 18. Jahrhundert als erste Kirchengemeinde einen "ländlichen" Friedhof vor dem Steintor einrichtete, ließ man eine achteckige Kapelle erbauen, um vermögenden Mitbürgern die Möglichkeit zu geben, so wie in der Kirche, auch im Grünen eine Gruft als Ruhestelle zu erwerben.

"Forschungsstelle Gruft" – Aktuelle Projekte

Gruftkapelle

Seit 2011 gibt es die "Forschungsstelle Gruft", zu der die Wissenschaftler Regina Ströbl, Dana Vick und Andreas Ströbl gehören. Die Gruppe hat sich der Sepulkralarchäologie verschrieben und widmet sich vornehmlich der interdisziplinären Dokumentation und Untersuchung von neuzeitlichen Bestattungen von Grüften und Mausoleen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert.

Ohlsdorf – ein konfessionsoffener Friedhof

Muslime

Die Zunahme von Migranten unterschiedlicher religiöser Prägung in unserer heutigen Gesellschaft hat besonders in den Ballungszentren zu der Notwendigkeit geführt, auch auf deren Sitten im Umgang mit den Toten einzugehen. Gerade in einer fremden Umgebung bestehen Menschen auf ihren religiösen Traditionen, die sie als identitäts- und gemeinschaftsstiftend erleben.

Ein Festmahl nach dem Tod? Römisches Jenseits in Timgad (Algerien) – und heute

Timgad1

Seit 1982 gehört die Stätte Timgad im Nordosten Algeriens zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der römische Kaiser Trajan ließ die früher unter dem Namen Thamugadi bekannte Militärkolonie im Jahre 100 errichten. Hier ist die typische Struktur römischer Stadtgründungen mit quadratischer Form und Unterteilung besonders gut erkennbar. Die Ruinenstadt liegt knapp 200 km südlich der Mittelmeerküste in einer grünen Ebene nördlich der Aurès-Berge, etwa 100 km südlich von Constantine und 40 km östlich von Batna.

Zum Wandel christlicher Jenseitsvorstellungen auf Grabmälern vom 16. bis 18. Jahrhundert

Der Begriff "Jenseits" tauchte in substantivierter Form erstmals im 19. Jahrhundert auf. Im "Deutschen Wörterbuch" von Jacob und Wilhelm Grimm wird der Begriff im Zusammenhang mit Todesanzeigen wie folgt verwendet: "unser guter vater ist zu einem bessern jenseits abgerufen". Dieser begriffsgeschichtliche Hinweis dokumentiert den fundamentalen Wandel in den Vorstellungen vom Dasein nach dem Tode, der sich gegenüber den früheren, religiös konnotierten Texten und Metaphern vollzogen und zu einem neuen Verständnis, zu neuen Bildern und Beschreibungen geführt hatte.

Grab und Landschaft

Vergils Grab

Die Verbindung von Grab und Landschaft reicht weit in die Vergangenheit zurück. Schon in der Antike wurde der locus amoenus – der liebliche Ort – besungen, der in den Bereich der Schäferdichtungen und Idyllen gehört: eine fiktive, idealisierte Landschaft, die aus den immer gleichen Elementen zusammengesetzt war.