OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Das Freiburger Krematorium und seine Vorgeschichte

 - August 2006
Ausgabe: 
Nr. 94, III, 2006

In einer Vorlage des Freiburger Stadtrats an den Bürgerausschuss aus dem Jahr 1906 findet sich die folgende Textpassage:

"Schon in der Vorlage vom 1. Februar 1894,1 welche der Stadtrat an den verehrlichen Bürgerausschuss über die Erstellung des neuen Friedhofs erstattet hat, war auf Seite 5 die Frage beantwortet worden, ob bei dieser Gelegenheit auch auf die Erbauung einer Feuerbestattungsanstalt Bedacht genommen werden solle. Der Stadtrat hat damals die Frage prinzipiell bejaht, aber den Zeitpunkt noch nicht als gekommen erachtet, in welchem eine derartige Anstalt sich unbedingt als nötig erwiesen habe."2 Da inzwischen die Feuerbestattungsbewegung in Freiburg stark angewachsen war und sich sogar "in der letzten Zeit ... ein eigener Feuerbestattungsverein hier gebildet [hatte], welchem dem Vernehmen nach Angehörige aller Parteien, Konfessionen und Lebensstellungen angehör[t]en"3 , schien nun die Zeit gekommen, sich erneut mit der Frage eines Krematoriumbaus zu beschäftigen und den Bedürfnissen der Bürger Rechnung zu tragen. Nicht zuletzt ging es auch um den guten Ruf der Stadt, welcher es nicht gleichgültig sein konnte, "in derartigen Fällen seine[!] Angehörigen einfach nach auswärts in andere Städte zu verweisen."4 Etwaigen Befürchtungen, die Feuerbestattung könnte, einmal eingeführt, zur obligatorischen Bestattungsweise für alle erklärt werden, trat die Vorlage, mit Hinweis auf die "absolute Freiwilligkeit" der Anstalt, entgegen. In religiöser Hinsicht wurde die Leichenverbrennung zwar als Verstoß gegen Herkommen und alte Gewohnheit, nicht aber gegen grundlegende Sätze irgendeiner Konfession gewertet. Solchen Bedenken standen die Vorteile der Hygiene und der Raumbeschaffung gegenüber.

In der Frage der Finanzierung des Krematoriums standen zwei Möglichkeiten zur Debatte: Entweder würde der Feuerbestattungsverein, wie zum Beispiel in Mannheim, das Krematorium auf der Basis von Anteilsscheinen seiner Mitglieder auf eigene Kosten bauen, wobei die Stadt durch Auslösung der Anteile das Gebäude nach einer gewissen Zeit übernehmen würde. Oder die Stadt würde die Kosten übernehmen und somit von Anfang an Eigentümerin der Anlage sein. Letzteres schien dem Stadtrat angebrachter, da die städtische "Friedhofspolitik in dem obersten Satze gipfelt[e], dass die Gemeinde unbedingt auf diesem Territorium Herrin sein und bleiben müsse."5 Als Kompromiss einigte man sich schließlich darauf, dass der Feuerbestattungsverein einen Anteil in Höhe von 15.000 Mark der veranschlagten 100.000 Mark Gesamtkosten als Vorausbetrag zur Verfügung stellen sollte.6 Später wurde dieser Betrag auf 20.000 Mark erhöht.7

Mit dieser Lösung zeigten sich jedoch nicht alle einverstanden: "Man weiß, dass nur die oberen, die reichsten Kreise sich für die Verbrennungsidee begeistern", war zum Beispiel eines der Gegenargumente.8 Das Zentrum begründete seine geschlossene Ablehnung folgendermaßen: "Die heutige Vorlage habe die Katholiken tief geschmerzt, weil sie sich in ihrem Gewissen verletzt und in der Seele angegriffen gefühlt haben."9

In den folgenden Jahren wurde der Bau des Krematoriums durch Arbeiten für die Projekte und Kostenberechnungen verzögert. Erst am 6. November 1912 konnte der Bürgerausschuss schließlich über die endgültige Vorlage abstimmen. Bereits im Vorfeld agitierte der zentrumsnahe "Freiburger Bote" unter der Überschrift "Allerseelen-Krematorium" gegen den Krematoriumsbau: "In dem Rufe: Hie Bestattung, hie Verbrennung! stoßen zwei Weltanschauungen hart aufeinander, die altchristliche, sich an die jüdische anschließende, durch Jahrtausende geheiligte Auffassung, dass der Körper als Hülle der Seele ein Tempel Gottes ist, der auch im Tode nicht gewaltsam vernichtet werden darf, und die neuheidnische, die alles Göttliche und Überirdische leugnet und das Natürlich-Verbundene nach dem Tode durch einen künstlichen Prozess in seinem Bestande zerstört."10

Wie der "Freiburger Bote"11 am nächsten Tag berichtete, stieß die Sitzung des Bürgerausschusses im Kornhaussaal auf lebhaftes Interesse der Freiburger Bevölkerung, "und da sieben Achtel der Freiburger Bürgerschaft heftige Gegner der Vorlage sind, waren naturgemäß auch die Zuhörer zum weitaus größten Teile Gegner der Feuerbestattung." Auch ein Teil der Stadtverordneten war der Vorlage gegenüber ablehnend eingestellt. Es wurde vor allem kritisiert, dass die Anlage größtenteils aus städtischen Geldern finanziert werden sollte, obwohl der weitaus größte Teil der Bürger die Feuerbestattung missbillige. Aus diesem Grund sei das Krematorium auch überflüssig, weil die Auslastung sehr gering sein dürfte.12 Die veranschlagten Baukosten in Höhe von 100.000 Mark wurden als zu gering betrachtet. Man rechnete eher mit einer Belastung von bis zu 160.000 Mark. Als ungerecht wurde empfunden, dass die Katholiken den Bau ihrer Kapelle (gemeint war wohl die Magdalenenkapelle auf dem Hauptfriedhof) dagegen ohne städtische Finanzhilfe hatten errichten müssen. Die Katholiken lehnten die Feuerbestattung außerdem aus religiösen Gründen ab: "Es sei zwar kein Dogma, aber dennoch sei es die übereinstimmende Ansicht der Katholiken, dass nur die Erdbestattung dem christlichen Gefühl entspräche". Auch Befürchtungen, dass die Feuerbestattung obligatorisch werden sollte, wurden laut.

Von Seiten der Befürworter wurde argumentiert, dass die relativ hohen Kosten dadurch bedingt seien, dass man ein dem Friedhof angemessenes Gebäude erstellen wolle und dass die Ausgaben durch eine Erhöhung der Taxe für eine Verbrennung von 25 auf 30 Mark aufgefangen würden. Der Stadtverordnete und Vorsitzende des Feuerbestattungsvereins, Athenstädt, wies darauf hin, dass sich in vier Jahren 57 Freiburger hätten verbrennen lassen, darunter nur 20 Mitglieder seines Vereins. Es sei also ein allgemeines Interesse an der Feuerbestattung festzustellen. Die Sozialdemokraten schließlich begründeten ihre Zustimmung damit, dass sie in der Leichenverbrennung einen Kulturfortschritt sähen. Diese Meinung drückte am nächsten Tag die sozialdemokratische "Volkswacht" so aus: "Die Erzbischofsstadt ist in die Reihe derjenigen Städte eingerückt, in denen mittelalterliche Anschauungen nicht mehr geeignet sind, neuzeitliche geistige Strömungen zu unterbinden und zukunftsreichen Kulturbewegungen, zu denen zweifellos die Feuerbestattung zu rechnen ist, sich wirksam entgegenzustemmen."13

Nachdem die liberale Seite bereits nach wenigen Plädoyers einen Schlussantrag gestellt hatte und so u. a. einige Redner des Zentrums nicht mehr zu Wort gekommen waren, folgte die Abstimmung, welche eine knappe Mehrheit von 56 zu 52 Stimmen für den Bau des Krematoriums "auf Kosten der Umlagezahler"14 ergab. Gegen die Vorlage hatten geschlossen die katholische Zentrumspartei und die Mehrheit der dem Hausbesitzerverein angehörenden Stadtverordneten gestimmt. "Mit dem Gefühl tiefster Entrüstung über dieses den Umlagezahlern angetane Unrecht vernahm die Menge das traurige Ergebnis, dass ihnen eine neue Last von etwa 150.000 Mark aufgebürdet wird für ein Institut, das ihnen nur zum Ärgernis gereicht... Aus Hunderten von Kehlen erschollen im kräftigsten Brustton Pfui-Rufe."15

Die Darstellung des Abstimmungshergangs durch die katholische Presse erregte eine heftige Reaktion seitens der "Volkswacht´": "Man kann ja den Überkatholiken den Schmerz nachfühlen und ihr Wutgeheul bis zu einem gewissen Grade entschuldigen, denn so sehr sie auch die finanziellen Bedenken in den Vordergrund zu rücken suchen, so ist es doch in erster Linie die Befürchtung, dass der blindgläubige Dogmenglaube der katholischen Kirche durch die Feuerbestattung in Bedrängnis geraten könnte. Wir halten es allerdings für möglich, dass Menschen, die sich in der Frage der Bestattungsform von Anschauungen emanzipiert haben, die sehr tief in Geschichte und Kultusleben der Gesellschaft verankert sind, auch in der Dogmenlehre der Kirche zu freieren Auffassungen sich durchzuringen vermögen. ... Aus ihren [des Freiburger Boten und der Freiburger Tagespost, Anm. d. Verf.] beiden Artikeln sei folgende kleine Blütenlese wiedergegeben: ‚Modern-heidnischer Leichenverbrennungstempel ... Leichenverbrennungsofen als Wahrzeichen des modernen heidnischen Unglaubens ... kannibalischer Bratofen ... ein grausiger Sport ... in einen Bratofen schieben. So ungefähr mögen die Gläubigen im Zeitalter der Ketzer- und Hexenverbrennung getobt haben, wenn sie das Volk in eine blutrünstige Stimmung versetzten, die es befähigte, wie besessen den rauchenden Scheiterhaufen zu umtanzen, auf dem die ‚Ungläubigen’ geschmort wurden. Für diese Art Feuerbestattung wären wohl die ultramontanen Fanatiker leichter zu gewinnen, als für ein Krematorium."16

Das Krematorium

Nachdem die jahrelange Auseinandersetzung um den Krematoriumsbau 1912 ihren Abschluss gefunden hatte, wurde dieser im darauf folgenden Jahr in Angriff genommen. Obwohl in den Jahren 1907/08 ein Architektenwettbewerb stattgefunden hatte, wurde keiner der 84 eingesandten Entwürfe dem Bau zugrunde gelegt, sondern Stadtbaumeister Rudolf Thoma erstellte einen neuen Plan, welcher dann zur Ausführung gelangte. Die architektonische Bearbeitung sowie die Bauleitung lag in den Händen des Stadtarchitekten Mathias Stammnitz.17 Beide waren auch schon für die früheren Friedhofsbauten verantwortlich gewesen.

Krematorium Freiburg
Krematorium Freiburg i. Br. (Foto: Faller)

Der Bau wurde in Form eines römischen Tempels mit nach außen gezogenen Wänden der Cella (eines sogenannten Pseudoperipteros) mit griechischen Elementen errichtet. Er enthält einen Versammlungsraum von 140 qm für etwa 250 Personen und zwei Nebenräume für den Geistlichen und die "leidtragenden Familienangehörigen"; außerdem eine offene 35 qm große Vorhalle, welcher eine Freitreppe vorgelagert ist. Die Anlage wurde in Eisenbeton ausgeführt und mit Kunststein verkleidet, die Freitreppe mit Granitimitation belegt.18 Die beiden Dreiecksgiebel wurden von dreibeinigen Feuerschalen bekrönt, von welchen nur noch die vordere erhalten ist, die Giebelflächen waren ursprünglich mit dem Motiv einer von Leuchtern flankierten Urne bemalt.19 Der kritische Punkt in der Außengestaltung eines jeden Krematoriums, der Kamin, wurde geschickt unter der Feuerschale über dem hinteren Giebeldreieck verborgen.20

Krematorium Freiburg
Krematorium Freiburg Innenansicht (Foto: Faller)

Die zwei Ebenen einer Feuerbestattung, die sakrale und die technische, die traditionelle und die moderne, wurden im Freiburger Krematorium räumlich so voneinander getrennt, dass im oberen Stockwerk der Versammlungsraum für die Feierlichkeiten seinen Platz fand, der Verbrennungsofen und die anderen technischen Einrichtungen dagegen im Keller installiert wurden. Ein Aufzug befördert die Särge von einer Etage in die andere. Durch diese optische Trennung konnte eine mögliche Beeinträchtigung der Pietät durch die Konfrontation mit kalter und rationeller Technik vermieden werden, denn die Versenkung des Sarges in das untere Geschoss vor den Augen der "Leidtragenden" bot ja in etwa das gleiche Bild wie das Hinabsenken in ein Grab. Die schlichte Innenausmalung beschränkte sich im Wesentlichen auf Darstellungen von Lorbeerkränzen und Vasen.21 Bei dieser, im Gegensatz zur Einsegnungshalle, sehr neutralen Symbolik wurde sicherlich darauf Rücksicht genommen, dass gerade Anhänger der Feuerbestattung oft aus Kreisen kamen, welche christlichen Anschauungen eher distanziert gegenüberstanden. Die erste Feuerbestattung fand am 15. April 1914 statt,22 wobei die Leiche des Geheimen Oberjustizrats Emil Huber eingeäschert wurde.23

Zusammenfassung

In der Auseinandersetzung um das Freiburger Krematorium zeigten sich brennpunktartig die weltanschaulichen Gegensätze zwischen den diversen politischen und religiösen Gruppierungen jener Zeit. Die Katholiken, politisch repräsentiert durch das Zentrum, sahen in der aufkommenden Begeisterung für die Feuerbestattung ein weiteres Ausbrechen aus der Jahrtausende alten christlichen Tradition, welche bis zur Aufklärung das Leben und mehr noch den Umgang mit Sterben und Tod normiert hatte. Das Wiederaufgreifen einer heidnisch-antiken Bestattungsform war für die Katholiken Ausdruck eines sich immer stärker zeigenden Neuheidentums, welches sich nun anschickte, eine der letzten Bastionen christlicher Kultur zu erobern. In der Argumentation wurde dabei nicht nur die Verletzung religiöser Gefühle beanstandet, sondern man appellierte ebenso auf säkular-rationaler Ebene an alle Bürger, sich schon aus finanziellen Gründen eines Krematoriumbaues zu erwehren.

Für die sozialdemokratische Seite, welche sich als Vorkämpferin für den Fortschritt verstand, war solche Gefühlsduselei Ausdruck einer unzeitgemäßen und fortschrittsfeindlichen Haltung, wie sie sich in der katholischen Kirche allenthalben zeigte. Der Fortschritt, welcher ja auch Befreiung aus alten Machtstrukturen (u. a. der Kirche) bezweckte, durfte gerade deswegen auch nicht vor dem Umgang mit den Toten Halt machen.

Die evangelische Kirche nahm eine Mittelstellung ein. Zwar förderte sie die Kremation nicht, aber sie untersagt ihren Mitgliedern letztendlich auch nicht diese Art der Bestattung und ihren Geistlichen nicht die Mitwirkung daran.

Wie die Aufteilung des Krematoriums in zwei streng voneinander geteilte Ebenen zeigt, hielt man, trotz allen Fortschritts, für die Einäscherungsfeier die konventionellen Formen bei. Man war zwar hinsichtlich der Bestattungsart modern, aber nur innerhalb gewisser Grenzen. Die Verbrennung eines menschlichen Leichnams war in der Praxis dann eben doch auch ein Vorgang, dessen Anblick man den Hinterbliebenen genauso wenig zumuten wollte, wie dessen Verwesung im Grab.

1 Baden war nach Sachsen-Coburg-Gotha der zweite deutsche Staat gewesen, der die Feuerbestattung zuließ (vgl. Ursula Staiger: Die Auseinandersetzung um die Feuerbestattung in Deutschland im 19. Jahrhundert, Diss. Mainz 1981, S. 49). 1891 war das Krematorium in Heidelberg erbaut worden, welches zur Versorgung des ganzen südwestdeutschen Raumes gedacht war (vgl. Leena Ruuskanen: Der Heidelberger Bergfriedhof. Kulturgeschichte und Grabkultur. Ausgewählte Grabstätten, Heidelberg 1992, S. 34f).
2 Vorlage des Stadtrats an den Bürgerausschuss, 1906, Gegenstand II: Die Erbauung eines Krematoriums auf dem Friedhof betr., S. 14 (Stadtarchiv Freiburg [StAF] Dwf 40).
3 Ebd. Der Freiburger Feuerbestattungsverein war am 2.5.1905 gegründet worden (vgl. Freiburger Zeitung, 17.4.1914).
4 Ebd., S. 15
5 Ebd.
6 Ebd., S. 16
7 Bericht des Städtischen Hochbauamts über die Errichtung des Krematoriums, 1914 (StAF D/Fr/7.2)
8 Freiburger Bote, 29.11.1906
Eine Feuerbestattung war zu jener Zeit erheblich teurer als eine Erdbestattung, da zusätzlich zu den normalen Begräbnistaxen zwischen 20 und 130 Mark (Begräbnisordnung 1903, § 52, StAF C3/149/6) eine Verbrennungsgebühr in Höhe von 25 Mark erhoben wurde (Vorlage des Stadtrats an den Bürgerausschuss, Juni 1912, über die Erbauung eines Krematoriums auf dem hiesigen Friedhof, S. 4, StAF Dwf 40).
Dagegen liegt heutzutage der Grund für den starken Anstieg der Feuerbestattungen in Freiburg von 7,5 Prozent im Jahr 1960 auf rund 60 Prozent im Jahr 2005 gerade darin, dass diese gegenüber Erdbestattungen wesentlich günstiger sind. So liegen die Freiburger Friedhofsgebühren für Erdbestattungen bei 1896 Euro, jene für Feuerbestattungen dagegen bei 1436 Euro (jeweils zzgl. Bestatterkosten). Dazu kommen noch die Aufwendungen für Grabmal und Grabpflege, welche bei Urnengräbern wegen ihrer geringeren Fläche ebenfalls niedriger ausfallen. Besonders seit dem Wegfall des Sterbegeldes sind die Hinterbliebenen finanziell oft nicht mehr in der Lage, ein Erdbegräbnis zu bezahlen. Weltanschauliche oder hygienische Aspekte stehen dagegen eher im Hintergrund.
9 Zit. nach Gitta Reinhardt-Fehrenbach: "... Verzehrt vom Feuer soll der Leib mir werden, in Rauch und Asche soll er schnell vergehn ..." Das Freiburger Krematorium. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. Nachrichtenblatt des Landesdenkmalamtes 4/1995, S. 199-206; hier: S. 201.
10 Freiburger Bote, 31.10.1912
11 Zum Folgenden vgl. Freiburger Bote, 7.11.1912
12 In der Tat war die Auslastung des Krematoriums, zumindest in den ersten Jahren, nicht sehr hoch. Wie eine Statistik zeigt, wurden in den Jahren 1922 bis 1926 auf den Freiburger Friedhöfen 5551 Tote beerdigt, im gleichen Zeitraum fanden 479 Einäscherungen statt, darunter nur 33 Katholiken (vgl. Freiburger Tagespost, 12.2.1927). Im gesamten Zeitraum von 1914 bis 1929 waren 1546 Einäscherungen vollzogen worden (Schreiben des Gartenamts an den Oberbürgermeister vom 30.9.1929, StAF C4/III/14/3), also ebenfalls durchschnittlich etwa 100 pro Jahr.
13 Volkswacht, 7.11.1912
14 Freiburger Bote, 7.11.1912
15 Ebd.
16 Volkswacht, 8.11.1912
17 Bericht des Städtischen Hochbauamts über die Errichtung des Krematoriums, 1914 (StAF D/Fr/7.2.)
18 Ebd.
19 Peter Kalchthaler: 125 Jahre Hauptfriedhof 1872-1997. Geschichte-Kunst-Architektur. Freiburg 1997, S. 29.
20 Reinhardt-Fehrenbach (wie Anm. 9), S. 200. Dass es trotzdem zu peinlichen Zwischenfällen kommen konnte, belegt ein Schreiben des Direktors des städtischen Elektrizitätswerks vom 25.6.1919 an die Friedhofskommission: "Bei einer Verbrennung, der ich kürzlich auf dem hiesigen Friedhof anzuwohnen hatte, standen wir unmittelbar nach der Feierlichkeit noch einen Augenblick mit den Leidtragenden zusammen auf dem freien Platz vor dem Krematorium, da erhob sich plötzlich ein kohlschwarzer Rauch aus dem Schornstein des Krematoriums und, von einem nordwestlichen Windstoß zu Boden gedrückt, senkte sich diese Rauchwolke plötzlich auf uns herab, sodass wir uns gleich darauf in eine dichte übel riechende Rauchwolke eingehüllt sahen." Ein anwesender Gast aus Baden-Baden erklärte daraufhin, dass in seiner Stadt die Leiche frühestens eine dreiviertel Stunde nach der Trauerfeier in den Ofen eingefahren werden dürfte, "damit die Leidtragenden von den damit verbundenen Raucherscheinungen und dergl. keinesfalls etwas zu sehen bekämen" (StAF D/Fr/7.2).
2121 Abbildungen der nicht mehr erhaltenen Ausmalung: Kalchthaler (wie Anm. 19), S. 29
22 Ebd, S. 28
23 Freiburger Zeitung, 15.4.1914

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