OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Die Kapellen auf dem Friedhof Ohlsdorf

 - August 2007
Ausgabe: 
Nr. 97, II, 2007

Obwohl auf dem Ohlsdorfer Friedhof als überkonfessioneller Begräbnisstätte nicht nach dem Bekenntnis gefragt wird, wurden die Abschiedsräume von Anfang an Kapellen genannt – eine Bezeichnung, die an sich für einen kleinen sakralen Raum für christliche Feiern gebraucht wird.

So gleichen viele der Ohlsdorfer Kapellen innen und außen einer kleinen Kirche: gelegentlich ein kleiner, markanter Turm – allerdings ohne Glocke – oder eine christliche Symbolik fallen dem aufmerksamen Beobachter auf. Zwischen dem Bau der nunmehr ältesten Kapelle (Kapelle 2 von 1886) und der jüngsten (Kapelle 10 von 1980) liegen fast einhundert Jahre. Eine enorme Zeitspanne für die vielgestaltigen Kapellen, in deren Architektur sich die Baugeschichte Hamburgs widerspiegelt.

Zwölf Kapellen (und drei Feierhallen) stehen für Trauerfeiern zur Verfügung. Vergleicht man die Nummerierung von 1 bis 13 mit der Lage auf dem Friedhof, so lässt sich in ihrer Reihenfolge in etwa die schrittweise und zeitliche Inanspruchnahme von Belegungsflächen ablesen, vergeblich jedoch sucht man die Kapelle 5. Das 1902 errichtete Gebäude brannte 1940 durch Überhitzung des Kohleofens ab und wurde abgerissen. Sie stand auf dem Rondell am westlichen Anfang der Kriegerehrenallee. Andere derartige "Verkehrsinseln" im Cordesteil lassen erkennen, dass auch hier Kapellen geplant waren. In der Generalplanung Ende des 19. Jahrhunderts war nämlich eine weitaus größere Dichte vorgesehen als sie heute anzutreffen ist. Dennoch ist eine Auslastung aller heutigen Kapellen nicht mehr gegeben. Die außerordentliche Zunahme der Feuerbestattung im letzten Jahrhundert bedingte die "Abwanderung" der Abschiedsfeiern in die Feierhallen des Krematoriums. Auch Beisetzungen "ohne Abtrag", d.h. ohne Abschiedsfeiern, sind zu verzeichnen.

Kapelle 1

Die erste Kapelle – nur noch auf historischen Abbildungen zu sehen – war ein umgebautes Bauernhaus, dem man an seinem Giebel ein Türmchen aufgesetzt hatte. Sie stand einst im Bereich der heutigen Friedhofseinfahrt an der Fuhlsbüttler Straße. 1880 übernahm dann eine erste Kapelle 1 an der Kapellenstraße als Provisorium ihre Funktion. Sie war als einfacher Holzbau konzipiert. Es dauerte dann 85 Jahre, bis das provisorische Gebäude 1965 durch ein festes Gebäude mit 70 Sitzplätzen ersetzt wurde. Die Denkmalpflege war an der Erhaltung des alten Gebäudes nicht interessiert. Für den Entwurf des zweiten Gebäudes zeichnet die Chefplanerin des damaligen Hochbauamtes, Frau Dr. Ursula Suhr.

Kapelle 1
Kapelle 1 (Foto: Schulze)

Das Gebäude mit Flachdach, hohem spitzem Turm und einem Innenhof ist in seiner Architektur und Konstruktion ein typisches Beispiel öffentlicher Bauten der 60er-Jahre in Hamburg. Der Innenhof dient der Raumbelichtung, sowohl für die Feierhalle als auch für den Wartebereich. Vier quadratische Wandreliefs der Bildhauerin Nanette Lehmann symbolisieren an seiner nach Süden gerichteten Innenwand "die einfachen Tatsachen dieses Lebens": Mann, Weib, Geburt und Tod. Die Kapelle wurde 1995 saniert und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Ihre architektonische Wirkung auf das südliche Umfeld wurde leider zur gleichen Zeit durch das Blockhaus in Fertigbauweise der angrenzenden Friedhofsgärtnerei erheblich beeinträchtigt.

Kapelle 2

Aus dem Jahr 1886 stammend ist sie das älteste Gebäude auf dem Friedhof und hat 52 Sitzplätze. Nach Plänen von Wilhelm Cordes ist sie als gelber Ziegelbau mit einer aus rotem Mainsandstein gegliederten Fassade im damals beliebten neugotischen Stil der Hannoverschen Schule errichtet worden.

Kapelle 2
Kapelle 2 (Foto: Schulze)

Der Grundriss lehnt sich ganz an die von den alten Begräbnisplätzen her gewohnte Bauform an. Diese vereinigte am Eingang der Begräbnisplätze Zugang und Aussegnungsraum sowie Ausgang zum Grab und hatte daher stets eine weitere Tür, einen Ausgang, um den Sarg zur Friedhofsseite hinaustragen zu können. Eine solche zweite Tür ist vor langer Zeit durch ein hohes Fenster ersetzt worden. Die Kapelle steht in der Achse der "Nebenallee", die einst in westlicher Richtung auf den "Nebeneingang" (nunmehr Krematorium) an der Fuhlsbüttler Straße zulief.

Weitere Kapellen des Friedhofsdirektors Wilhelm Cordes:

Die ebenfalls von Cordes geplanten Kapellen 3, 4, 7 und 8 sind in ihrem äußeren Erscheinungsbild und ihren historisierenden Stilelementen identisch, lassen aber im zeitlichen Ablauf ihrer Entstehung eine zunehmende Größe, sogar eine Entwicklung zur Monumentalität erkennen, siehe nachstehende Erläuterungen. Cordes verstand seine Kapellen als öffentliche Zweckbauten, denen gleichzeitig sakrale Würde mit überkonfessionellem Charakter gegeben werden musste. Dies erreichte er durch Mischung von profanen und sakralen Stilelementen. Seine Bauten wirken als malerisch-architektonische Ergänzung seiner von ihm geschaffenen Parklandschaft. Sie hatten darüber hinaus auch die Funktion einer Orientierung für den Besucher und besaßen daher auf ihren Dächern hohe, weithin sichtbare Türme und Dachreiter. Für die Fassaden verwendete er neutralen Putz mit der Begründung: "Sowohl der rothe als auch der gelbe Backstein bieten in ihrer alleinigen Anwendung zu viel Farbe und lassen feinere Wirkungen nicht aufkommen." Leider sind bei Bausanierungen in den letzten Jahrzehnten die Dächer ihrer typischen Schmuckelemente wie Gauben, Dachreiter und Türme beraubt worden und diese nur noch auf Fotos zu bewundern. Die Ausschmückung der Innenräume hat vermutlich schon früher gelitten. Einem Bericht der Friedhofsverwaltung aus dem Jahr 1935 ist zu entnehmen, dass der Centralausschuß Hamburgischer Bürgervereine "allgemein den Wunsch äussert, dass in den Kapellen, die eine Ausschmückung erhalten haben, die dem heutigen Kunstempfinden völlig widerspricht, bald die für viele Leidtragende anstössigen Malereien verschwinden und durch würdige Ausschmückungen ersetzt werden".

Kapelle 3

Mit dem kleinsten Abschiedsraum (53 Sitzplätze) wartet diese Kapelle auf. Schützend wölbt sich das Schieferdach über das von Fachwerk gegliederte Außenmauerwerk. Das Dach wird von einem Dachreiter bekrönt, der einst als Glockenturm diente. Seit der Einweihung 1894 ist ihr Äußeres damit zu einer besonderen und heute noch unveränderten Zier des Friedhofs geworden.

Kapelle 3
Kapelle 3 (Foto: Schulze)

Das Gleiche gilt auch für den Innenraum, der 1999 saniert wurde: Die farbig abgesetzten Felder des Gewölbes über dem Versammlungsraum ziehen den Blick nach oben und machen aufmerksam auf die schmückenden Engelsköpfe und Säulen an seiner Basis. In den vier Ecken des Kuppelraums waren einst die vier Jahreszeiten mit den Schlussworten des Vaterunsers in Beziehung gebracht worden und auf den Seitenwänden der beiden Eingänge die vier Menschenalter farblich dargestellt: Kind, Jungfrau, Mann und Greis (man beachte die Bezeichnungen). Mit der Freilegung der jahrzehntelang von außen abgedichteten Tür nach Norden hat die Kapelle wieder den Ausgang erhalten, den der Architekt Cordes in Anlehnung an Bauformen auf den alten Begräbnisplätzen einst hat ausführen lassen.

Kapelle 4

Sie konnte erst 1898 nach dreijähriger Planungszeit ihrer Bestimmung übergeben werden. Cordes musste seinen ersten Entwurf nach Vorgaben des Senats und der Bürgerschaft nochmals überarbeiten, "um eine Mischung verschiedener Baustile thunlichst zu vermeiden". Sie erhielt als erste Kapelle eine Sängerbühne und Orgelempore und kostete samt Inventar und Zubehör 66.700 Mark. Für die kleine Orgel mit nur einem Manual sowie Pedal der Firma Ernst Röver zu Haus Neindorf bei Quedlinburg waren 2.500 Mark zu zahlen. Sie wurde in den 70er-Jahren durch ein Harmonium ersetzt.

Kapelle 4
Kapelle 4 (Foto: Schulze)

Gleichzeitig fanden erhebliche Eingriffe in die Architektur des Innenraumes statt, u.a. wurden die sternenbemalten Gewölbefelder und Bildnisse bekannter Komponisten übermalt. Diesen lieblosen Erneuerungen fiel dann 1996 auch noch der Turm zum Opfer. Die Kapelle verfügt über 64 Sitzplätze.

Kapelle 6

Obwohl der Bau in die Amtszeit des Friedhofsdirektors Cordes fiel und dieser auch einen Entwurf dafür vorlegte, wurde Albert Erbe, der Architekt der Baudeputation, mit der Planung beauftragt. Er bestimmte in den Jahren 1901 bis 1912 mit seinen Entwürfen das hamburgische Staatsbauwesen. Sein Anliegen war es, mit Reformideen den gängigen Vorstellungen der historisierenden Architektur, wie sie u.a. Cordes praktizierte, eine andere, neue entgegenzusetzen. Sein Entwurf zeigt deutlich die ersten Einflüsse des sich damals herausbildenden Heimatschutzstils, hält aber am Raumprogramm und Grundriss von Cordes‘ Planung fest.

Kapelle 6
Kapelle 6 (Foto: Schulze)

Der einzige bauliche Schmuck des Innenraumes mit seinen 60 Sitzplätzen ist die an die Form des Gewölbes angepasste und in grün gehaltene Kassettendecke. Die Kapelle wurde am 30. August 1905 eingeweiht. Bemerkenswert ist der schmückende Fries an den Giebeln. An der nördlichen Außenmauer ist etwas verloren und ohne formalen Bezug eine Schrifttafel, "Die Liebe höret nimmer auf", eingelassen.

Kapelle 7

Wie bei Kapelle 4 öffnet sich bei der Kapelle 7 der Feierraum nach Osten. Sie wurde von 1907 bis 1908 erbaut und hat heute 60 Sitzplätze. Die farbliche Ausgestaltung der Holzbalkendecke mit ihrer stützenden Mittelsäule im Warteraum ist neueren Datums und beachtenswert.

Kapelle 7
Kapelle 7 (Foto: Schulze)

Aus der Entstehungszeit befindet sich im Tympanon des Nebeneingangs zur Leichenkammer ein etwas angewittertes christliches Symbol: ein Engel hält ein Spruchband mit dem Text "LEBEN und TOT – BEIDES von GOTT". Ein ähnliches, jedoch ohne Text, findet sich an gleicher Stelle der später errichteten Kapelle 8. Einziger Schmuck der Leichenkammer sind zwei Eckpfeiler mit Engelsköpfen. Eine Laune der betriebseigenen Maler hat sie kitschig bunt werden lassen.

Kapelle 8

Das letzte Friedhofsgebäude, das nach Plänen von Cordes errichtet wurde, ist die Kapelle 8, die größte seiner sechs Kapellen. Nach zweijähriger Bauzeit wurde sie im August 1912 eingeweiht.

Kapelle 8
Kapelle 8 (Foto: Schulze)

Ähnlich wie bei der Kapelle 7 überwölbt den Zugang zur Leichenkammer als Halbrelief ein Engel mit Spruchband. Am oberen Ende fast aller säulenförmigen Bauteile aus Sandstein kehrt das Motiv der Engelsköpfe als schmückendes Element wieder. Nach dem Umbau zu einem Kolumbarium werden hier seit 1998 Urnen oberirdisch in Nischen beigesetzt. Für diese neue Einrichtung wurde die Kapelle grundlegend renoviert, im Inneren geringfügig umgebaut und farblich in Gelbtönen gehalten. Sie dient mit ihren 70 Sitzplätzen nunmehr auch als Ort der stillen Andacht und ist täglich zu bestimmten Zeiten geöffnet. Hin und wieder finden hier Konzerte statt.

Kapelle 9

Als im 1. Weltkrieg die dringende Erweiterung des Friedhofs nach Osten begann, war aus Kostengründen nur der Bau von Notkapellen möglich. Eine von ihnen ist die Kapelle 9 mit 40 Sitzplätzen.

Kapelle 9
Kapelle 9 (Foto: Schulze)

Seit 1918 wird sie als Provisorium genutzt, und es ist immer noch nicht abzusehen, wann sie durch einen endgültigen Bau auf der freigehaltenen Fläche im Schnittpunkt der Linnestraße und dem von West nach Ost führenden Hauptweg ersetzt wird, zumal 1997 eine grundlegende Sanierung der Kapelle erfolgte. Das über 80-jährige Bauwerk strahlt nunmehr in seiner einfachen, aber nicht ganz schmucklosen Fachwerkbauweise einen Charme aus, mit dem der Friedhof wohl noch längere Zeit leben wird.

Kapelle 10

Genauso wie die Kapelle 9 stände vermutlich die Kapelle 10 auch heute noch als Provisorium da, wäre sie nicht 1980 abgebrannt. Sie wurde 1983 auf der anderen Straßenseite durch einen Neubau nach Plänen der Architekten Iseler und Ziboll mit einem Kostenaufwand von fast 4 Millionen DM ersetzt.

Kapelle 10
Kapelle 10 (Foto: Schulze)

Ihr Prinzip des Zentralbaus setzt sich bis in die angrenzenden Nebenräume fort. Das Gebäude fällt besonders durch seine innen und außen weiß geschlämmten Mauerwände auf. Das Dach wird von Holzbindern getragen, die auf außen sichtbaren, verleimten Holzständern ruhen. Der karg eingerichtete Feierraum strömt eine helle, fast freundliche Atmosphäre aus. Mit ihren 152 Sitzplätzen wird die Kapelle für größere Abschiedsfeiern auch bei Beisetzungen in anderen Kapellenbereichen genutzt.

Kapelle 11

Der Zählung nach muss sie ebenfalls als Notkapelle geplant gewesen sein. Das heutige Gebäude wurde nämlich erst 1950/51, und somit als letztes, nach Plänen des Hochbauamtes, Baudirektor Mayer-Ottens, errichtet. Wegen seiner damals ungewöhnlichen halbrunden Dachform erhielt es scherzhaft die Bezeichnung "Bahnhofskapelle".

Kapelle 11
Kapelle 11 (Foto: Schulze)

Zunächst ungewohnt erscheint die Innenausgestaltung mit ihren tragenden Elementen aus dunkelroten Klinkern und Wänden aus hellbraunen, im wechselnden Muster verlegten Ziegeln. 72 Sitzplätze umfasst der Feierraum. Die Besucher blicken in einen von Mauern umschlossenen und bepflanzten Innenhof. Dort steht, verborgen hinter einem Rhododendron, eine nicht zu deutende Plastik: Die Gestalt zweier Menschen, in fließenden Formen auf nur wenige Linien reduziert, ist in eine Halbrundsäule aus rotem Mainsandstein eingearbeitet. Sie steht auf einem Sockel und vor einer Wand aus Klinkern. Seit 2004 ist der ehemalige östliche Innenhof zu einem überdachten Kolumbarium nutzbar gemacht worden. Die Kapelle ist nach Süden axial auf eine freie Fläche ausgerichtet, die einst bis zum Bombenopfer-Mahnmal reichte. In einem ihrer Nebenräume wurde 1997 eine Möglichkeit für rituelle Waschungen beizusetzender Muslime eingerichtet.

Kapelle 12

Als eine weitere Notkapelle mit 48 Sitzplätzen wurde die 1923 eingeweihte Kapelle 12 angesehen. Ein 1920 öffentlich ausgeschriebener Wettbewerb erbrachte dafür 80 Entwürfe und den 1. Preis für die Architekten Zauleck und Hormann, nach deren Plänen ein mit Ziermauerwerk ausgefachter Holzständerbau im Heimatschutzstil errichtet wurde. Die Kapelle steht im Schnittpunkt ehemaliger, in Form eines Andreaskreuzes geführter Knickwege, die mehr oder weniger zugewachsen sind.

Kapelle 12
Kapelle 12 (Foto: Schulze)

Dieses Kleinod – und nunmehr fester Bestandteil unter den Friedhofsbauten – wurde 1985/86 mit einem Kostenaufwand von 800.000 DM grundlegend restauriert. Dabei konnte die Holzdecke des Andachtsraumes freigelegt und wieder in den farbigen Originalzustand nach Otto Fischer-Trachau versetzt werden: goldene Sterne auf blauem Untergrund. Mit der farblichen Ausgestaltung des zu restaurierenden Gebäudes hat sich Baurat Schlage vom Bezirksamt Hamburg-Nord intensiv und mit Erfolg auseinandergesetzt. Die Patriotische Gesellschaft würdigte 1990 die gelungene Restaurierung mit einem Preis für vorbildliche Denkmalpflege.

Kapelle 13

Als optischer Abschluss der Mittelallee ist nach Plänen des Oberbaudirektors Fritz Schumacher diese Kapelle gesetzt worden. Traditionelle Formen sind mit Anklängen an das "Neue Bauen" verschmolzen: außen die Verblendung mit dekorativ eingesetztem Oldenburger Klinker, innen die Stahlbeton-Bauweise, deren scharrierte Rippen den kreisrunden Feierraum sehr straff in der Vertikalen gliedern und unter der Decke sternförmig zusammenlaufen. Die strengen Formen des Gebäudekomplexes verdeutlichen das architektonische Prinzip des neuen Friedhofsteiles nach Plänen des Garten- und Friedhofsdirektors Otto Linne.

Kapelle 13
Kapelle 13 (Foto: Schulze)

Die Verwendung von glatten und harten Materialien im zentralen Feierraum brachte von Anfang an Probleme in der Raumakustik mit sich. So wurde bereits 1930 ein Gutachten des phonetischen Instituts der Universität Hamburg erstellt. Weitere schallschluckende Maßnahmen erfolgten in den 1970er-Jahren. Eindrucksvoll wird das Tageslicht durch die hohen kleinteiligen Buntglasfenster gelenkt: im Westen durch gelbe über bräunliche bis violett reichende Farbtöne, im Osten beginnt das Farbspiel mit hellgrünen Tönen (Entwurf: Kunstmaler Fritz Hussmann). Ein beachtenswertes, aber unauffälliges Detail ist das Schließblech des bronzenen Türdrückers der Eingangstür, Künstler unbekannt. Die Kapelle wurde am 2. Juli 1929 für den Beerdigungsbetrieb freigegeben, sie hat 151 Sitzplätze. Mit einem Kostenaufwand von 700.000 DM erfolgte 1996 eine umfassende Sanierung des Gebäudes: u.a. wurde das Dach neu eingedeckt, die Bleiverglasung instandgesetzt und der Innenraum in einem altrosa Farbton gestrichen.

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