Direkt zum Inhalt

OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Titelthema

Verbundene Artikel:


Wie Hamburg seine Kunsthalle bekam

Der Altbau der Kunsthalle von Westen. Foto: Archiv P. Schmolinske

Ende August 2019 feierte die Hamburger Kunsthalle ihr 150jähriges Bestehen. Tatsächlich ein Grund zum Feiern, denn in diesen 150 Jahren hat sich das Museum aus kleinen Anfängen zu einer recht bedeutenden Einrichtung entwickelt, die Vergleiche mit anderen Museen nicht zu scheuen braucht.
Tatsächlich begann die Geschichte der Kunsthalle sogar schon mehr als 50 Jahre früher. Im Herbst 1806 gründeten Mitglieder der Patriotischen Gesellschaft einen "Verein zur Beförderung des Kunstgeschmacks in Hamburg".

Die Hamburgische Sezession

Ein zweiter Anlass zur Erinnerung ist die Gründung der Hamburgischen Sezession im Sommer 1919. Die Bezeichnung Sezession ist im Grunde allerdings unzutreffend, denn die eigentliche Bedeutung des Wortes ist 'Abspaltung'. Nur herrschte in Hamburg zu der Zeit im Bereich der bildenden Kunst eher ein Vakuum. Das Hamburger Publikum war überwiegend konservativ eingestellt, wie auch schon Alfred Lichtwark immer wieder erfahren hatte, aber selbst er war über den Impressionismus nicht hinausgekommen.

Ohlsdorf und die Künstlerinnen und Künstler der Sezession

Grabmal Zennig/Deussen. Foto: P. Schmolinske

Unter den Mitgliedern der Hamburgischen Sezession waren die Bildhauer eine Minderheit. Während sich bei den Malern zum Teil enge Kontakte und intensiver Austausch entwickelten, was tatsächlich den Malstil beeinflusste, lässt sich Vergleichbares bei den Bildhauern kaum erkennen. Neun Bildhauer der Sezession sind mit Arbeiten in Ohlsdorf vertreten.

Alternative BestatterInnenkultur - eine Forschungsperspektive

Beispiel aus der Bildergalerie der Internetseite https://www.puetz-roth.de (Screenshot)

Alternative Bestattungsarten wie Seebestattungen, Naturbestattungen oder Diamantbestattungen sind inzwischen weitläufig bekannt, oft diskutiert und das, was meist mit alternativer Bestattungskultur assoziiert wird: Die vielbeschworene Pluralisierung der Bestattungskultur eben, die als Symptom des Wandels der Bestattungskultur dem Individualisierungstrend der Gesellschaft gerecht zu werden scheint. Aber nicht nur die Bestattungskultur pluralisiert sich, sondern auch die BestatterInnenkultur.

Die Transformation der Utopie: Essayistische Betrachtungen einer sich wandelnden Bestattungskultur

Die Einführung der Feuerbestattung im späten 19. Jahrhundert verlief zu Beginn eher zögerlich, erst in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts begann der Siegeszug der Kremation. Inzwischen liegen die Kremationszahlen deutschlandweit bei über 50%, in vielen Bundesländern sogar bei nahezu 100%. Die Einführung der Feuerbestattung gilt als die bedeutendste Zäsur im Bestattungswesen der letzten Jahrhunderte.

...selbst der schönen Stadt Kiel zur Zierde

Der Kieler Südfriedhof - Deutschlands erster vollständig als Parkfriedhof gestalteter "Neuer Kirchhof" aus dem Jahre 1869. Betritt der Besucher den von Mauern und Gittern eingefassten Kieler Südfriedhof durch das Haupttor, fällt sein Blick - über einen Vorplatz hinweg - auf eine bewaldete Anhöhe, die zum Betrachter hin von einer Rasenfläche begrenzt wird. Nur eine wohl geordnete kleine museale Ansammlung historischer Grabsteine erinnert daran, dass er sich auf einem Friedhof befindet.

Historische Grabmäler auf dem Kieler Südfriedhof

Der Kieler Südfriedhof zeichnet sich als der älteste erhaltene christliche Gottesacker der Stadt nicht allein durch seine fortschrittliche Ausprägung und seine Gestaltungsform als Parkanlage aus. Bis heute befinden sich hier Grabstätten und Grabmäler der Kieler Bevölkerung mit besonderem geschichtlichem und künstlerischem Wert und zeugen exemplarisch von der Entwicklung der einzelnen Grabmaltypen und der Ausbildung ihrer Charakteristika.

Grabmal Lass: Ein Werk von Edvard Eriksen auf dem Kieler Südfriedhof

Eines der bemerkenswertesten Grabmale auf dem Kieler Südfriedhof ist das Grabmal für Henning Lass (1904-1925). Auf den ersten Blick erinnert es an ein Denkmal für einen jung verstorbenen Soldaten des Ersten Weltkriegs, deren oft in antikisierenden Darstellungen gedacht wird – oft als nackte Heroen, in Trauerhaltung kniend, mit Schild, Fahne oder Schwert als Attribut. Hier fehlen aber jegliche Accessoires kriegerischer Handlung.

Zur Idee der Parkfriedhöfe

Als gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Friedhöfe vor die Tore der Städte verbannt wurden und Napoleon im Jahr 1804 das Beerdigen in der Stadt ganz und gar verbot, legte man die neuen Begräbnisorte fast überall nach "rationalen" Grundsätzen an. Wenn irgend möglich bestanden sie aus einer rechteckigen Fläche, die durch gerade Wege in regelmäßige Grabfelder unterteilt waren. Nur in Paris wich man von dieser Regel ab. Im Jahr des napoleonischen Beerdigungsediktes eröffnete man dort den neuen Friedhof Père Lachaise.

Die Wiener Michaelergruft

Sargbemalung

Wenn Wientouristen am Ende des Kohlmarktes vor dem Michaelertor, dem Eingang in die ehemalige Residenz der Habsburger, stehen und ihre von Handysticks gehaltenen Smartphones wegen eines Selfies anlächeln, ist wohl den wenigsten von ihnen bewusst, dass nur ein paar Meter schräg unter ihnen mehr als zweihundertfünfzig Leichname liegen, denen das Lächeln schon vor langer Zeit erfroren ist. Und die während zweier geführter Touren pro Tag besichtigt werden können.