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OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Titelthema

Verbundene Artikel:


Reitendiener und Himmelwagen – Leichenbegängnisse im alten Hamburg

5 Bruderschafts-Leiche, nach einer Lithographie von C. Suhr

Wer im alten Hamburg etwas auf sich hielt, legte Wert darauf, die eigene Bedeutung bei geeigneten Gelegenheiten zu zeigen, so auch bei Beerdigungen. Diese gehörten zu den Ereignissen, die das tägliche Einerlei unterbrachen und daher auf großes Interesse stießen – Sensationslust ist bekanntlich keine neue Erscheinung.

Tod und Natur: Das Begräbnis des Dichters Klopstock in Ottensen im Jahr 1803

Klopstocks Grabstätte auf dem Christians-Friedhof in Ottensen

Die Klopstock-Grabstätte in Ottensen ist ein Beispiel für neue Muster der Sepulkralkultur, wie sie sich im bürgerlichen Zeitalter entwickelten. Dabei wurden Natur und Landschaft zu einem zentralen Leitbild. Einzelne Vorbilder stammten aus dem 18. Jahrhundert.

Die Verlegung der Begräbnisplätze in Hamburg um 1800

1 Die Friedhöfe vor dem Dammtor und dem Steintor. Ausschnitt aus: "Hamburg während der Belagerung in den Jahren 1813 und 1814"

Wie überall im christlichen Europa wurden auch in Hamburg die Toten bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in den Kirchen und auf den dazugehörigen Kirchhöfen inmitten der Stadt beerdigt. Allerdings gab es auch immer schon Ausnahmen von dieser Bestattungstradition.

Die ehemalige St.-Petri-Begräbniskapelle – ein oft unterschätztes Denkmal

Die ehemalige St.-Petri-Begräbniskapelle (historische Postkarte)

Wer in Hamburg lebt, wird sie mit Sicherheit schon einmal passiert haben – und doch ist die ehemalige St.-Petri-Begräbniskapelle nur wenigen Menschen ein Begriff. Die Friedhofskapelle aus der Zeit um 1800 befindet sich auf dem Gelände der Messehallen hinter einem hohen Zaun, steht leer und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Die Toten der Franzosenzeit

4 Gedenkstein für die 1138 Vertriebenen, die zunächst in Ottensen bestattet worden waren

Während der französischen Besatzungszeit war Hamburg 1806-1814 als Hauptort des "Département des Bouches de l’Elbe" im Generalgouvernement der Hanseatischen Departements und dazu ab 1811 als "bonne ville" in das französische Kaiserreich eingegliedert.

Über die Chancen des Kulturerbe-Titels

Die Friedhofskultur in Deutschland ist "Immaterielles Kulturerbe". Das ist nicht nur ein schöner Titel, es ist vor allem eine große Chance: Denn nach dem von der Bundesrepublik ratifizierten UNESCO-Übereinkommen zum immateriellen Kulturerbe ist mit der Ernennung zwingend die Verpflichtung verbunden, sich für den Erhalt und die Weiterentwicklung dieses Erbes einzusetzen.

Eine tierische Liebe - (Mensch-)Tier-Bestattungen als Kulturphänomen

Mensch-Tier-Beziehungen haben kulturgeschichtlich eine lange Tradition. Dies gilt auch für Tierbestattungen, die jedoch erst in der Zeit um 1900 in erste Friedhöfe mündeten. Die im Verlauf des 20. und frühen 21. Jahrhunderts stetig intensivierten Beziehungen zwischen Menschen und Haustieren führten zur Entstehung zahlreicher Tierfriedhöfe und Tierkrematorien.