OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Die Gesamtanlage des Ohlsdorfer Grabfeldes Erster Weltkrieg

 - November 2012
Ausgabe: 
Nr. 119, IV, 2012

Die Gräber der finnischen Jäger auf dem Ohlsdorfer Friedhof befinden sich nördlich der Kriegerehrenallee auf dem Feld für gefallene deutsche Soldaten des Ersten Weltkrieges.

Was kaum jemand weiß, hier wurden auch einige wenige französische und russische Soldaten bestattet. Sie verstarben in jener Zeit als Kriegsgefangene. Die pflanzliche Ausgestaltung des Grabfeldes hat sich im Laufe der Zeit mehrfach geändert. Als Erscheinungsbild gilt nunmehr die schlichte großräumige Rasenfläche mit der sog. Kriegertanne in der Mitte. Die Anordnung der 3418 Grabsteine und deren Gestalt sind aber bis auf den heutigen Tag unverändert geblieben. Dazu sei angemerkt:

Zur Erlangung von Vorschlägen für die Ausschmückung der Soldatengräber des Ersten Weltkrieges schrieb die Baupflegekommission der Stadt Hamburg 1920 einen Wettbewerb aus. Dazu hieß es im Ausschreibungstext: "Welche Möglichkeiten der Gestaltung sich bei dieser Sachlage ergeben, ist daher nicht nur eine Kunstfrage, sondern auch eine Frage der Technik und der Kalkulation." Über das Ergebnis des Wettbewerbs ist nichts bekannt. Vier Jahre später wurden die noch heute vorhandenen Stelen aus Obernkirchener Sandstein von der friedhofseigenen Grabmalberatungsstelle aufgestellt und vermutlich auch entworfen. Ihre strenge Form mit erhabener Schrift entspricht ganz der damals auf dem Friedhof beharrlich angewandten Grabmalreform, in den Abmessungen gleich, in der Ausformung des Kopfteiles jedoch unterschiedlich gehalten.

Im hinteren Bereich der Anlage wurden in den 1950-1960er Jahren ausländische Opfer des NS-Regimes hier zur letzten Ruhe gebettet, darunter auch Kinder von Zwangsarbeiterinnen. Eine große, runde Bodenplatte weist auf die Opfer des Zweiten Weltkrieges hin. Die dort niedergelegten Namensplatten auf deren Einzelgräbern sind typisch für alle derartigen aus jener Zeit. Das gilt auch für die 256 Gräber im südöstlichen Bereich der Anlage.

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