OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

Anna-Maria Götz: Die Trauernde.

 - August 2013
Ausgabe: 
Nr. 122, III, 2013

Weibliche Grabplastik und bürgerliche Trauer um 1900. Köln, Weimar, Wien 2013, 418 Seiten, zahlreiche Farb- und s/w-Abbildungen

Die Verknüpfung von Eros und Thanatos hat in der europäischen Kulturgeschichte eine spannungsreiche Tradition. Im späten 19. Jahrhundert wird sie in bürgerlichen Kreisen auf so bemerkenswerte Weise in die Grabmalkultur überführt, dass sie einen tief greifenden Wandel im Umgang mit Trauer, Tod und Endlichkeit markiert. Als die ersten Zentralfriedhöfe etabliert wurden, begann das vermögende Bürgertum, seine Familiengräber repräsentativ mit weiblichen Grabplastiken zu schmücken. Zwischen Pathos und Pomp wurden im Motiv der "Trauernden" die Vorstellungen von idealer Weiblichkeit verdichtet. Schmerzerfüllt bis sinnlich-lasziv avancierten sie zum "Schlagbild" der bürgerlichen Trauerkultur. Entlang einer aufwendigen Bilddokumentation von rund 350 Abbildungen zeichnet die Autorin den Übergang vom Begräbnisplatz zum öffentlichen Erinnerungsort nach und leitet daraus nicht nur Erkenntnisse über die zeitgenössische Haltung zum Tod ab, sondern vor allem auch zu den Ängsten, Sehnsüchten und Hoffnungen im Leben. Die Sozial- und Kulturhistorikerin Anna-Maria Götz legt hiermit die überarbeitete Fassung ihrer bei Prof. Dr. Norbert Fischer an der Universität Hamburg entstandenen Dissertation vor.

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