OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur

"AM ENDE DER WELT" (FINISTÈRE/BRETAGNE) - Christian von Alvensleben im Mausoleum Kretschmer

 - August 2014
Ausgabe: 
Nr. 126, III, 2014

Als die Erde noch eine Scheibe war und am Horizont das dunkle Meer in unergründliche Tiefen stürzte, war für die Menschen die wilde Küste von Finistère das Ende der Welt.

Die Reste eines Urgebirges zeigen sich in düsteren Steilküsten und gewaltigen, haushoch durcheinander geworfenen Granitbrocken. Mystisch, die in Jahrmillionen durch Wind und Wasser geformten Figuren und Gesichter der Felsen und Steine. Ein Spielplatz der Götter...

Alvensleben
Der Fotograf Christian von Alvensleben im Mausoleum Kretschmer.
Foto: N. Enker

Diese Gedanken des international schaffenden und vielfach ausgezeichneten Fotografen Christian von Alvensleben begrüßten die Gäste einer Photo-Preview am 14. Juni im Mausoleum Kretschmer: An der Außentür des imposanten Eingangsportals des im Jahr 1906 erbauten Kuppelbaus prangten diese Zeilen, die gleichsam die Leitgedanken zu der für einen Spätnachmittag zugänglichen Fotoausstellung "Am Ende der Welt" prägten. Von Alvensleben hat mit seinen Schwarzweiß-Aufnahmen der Granitformationen des vor 540 Millionen Jahren entstandenen Armorikanischen Massivs die Kulisse der bretonische Küste von Finistère eingefangen.

Besucher
Besucher der Phote Preview vor dem Mausoleum Kretschmer.
Foto: N. Enker

Bei herrlichem Sonnenschein konnten die über 100 anwesenden geladenen Gäste auf der Grünfläche vor dem Mausoleum Cidre und Rillette genießen und anregende Gespräche führen. Zur Abkühlung und zum Innehalten flanierten die Besucher dann im Inneren des Mainsandsteinbaus zu den Werken, die zwischen die in die rückwärtige Wand eingelassenen Gruftzellen, an den Säulen und den unter der Kupferkuppel gesetzten religiösen Motiven wunderbar gehängt und ausgeleuchtet waren.

Vater und Sohn
Vater und Sohn beim Betrachten der bretonischen Granitfelsen-Fotos von Christian von Alvensleben.
Foto. N. Enker

Dass die im Mausoleum ausgestellten Fotografien bretonischer Granitformationen beim Betrachter möglicherweise eine ganz eigene Zeichenkraft zu entfalten vermochten – eben jene "(...) in Jahrmillionen durch Wind und Wasser geformten Figuren und Gesichter der Felsen und Steine" offenbar werden ließen, zeigt der Ausspruch eines Vierjährigen, der seinem Vater begeistert mitteilte: "Papa, ich wusste gar nicht, dass wir uns heute auch Tierbilder ansehen".

Die fotografische Abbildung des Spielplatzes der Götter ist Christian von Alvensleben bestmöglich geglückt.

Heft-Rubrik: 

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