Der Friedhof soll nicht eine Stätte der Todten und der Verwesung sein.
Freundlich und lieblich soll Alles dem Besucher entgegentreten und dadurch der Ort aus der umgebenden Landschaft herausgehoben und geweiht werden.
OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur
Braver Hund!
Ausgabe: Nr. 88, I, 2005 - Februar 2005
Autor: Peter Schulze
Die südfranzösische Hafenstadt Sète ist stolz darauf, zumindest zwei national und international berühmt gewordene Bürger hervorgebracht zu haben, den Chançonnier George Brassens (1921-1981) und den Dichter Paul Valéry (1871-1945).
Der Cimetière Marin (zu deutsch: Der Friedhof am Meer) in Sète wurde zu einer der bekanntesten Ruhestätten Frankreichs, nachdem Paul Valéry im Jahre 1920 diesem Friedhof mit seinem Gedicht „Le Cimetière Marin“ ein lyrisches Denkmal von Weltruf gesetzt hatte. Seine Grabstätte auf eben diesem Friedhof ist seither Anlaufstelle seiner zahlreichen Verehrer sowie von Friedhofstouristen aus aller Welt wie auch des Verfassers.

- Grabmal Paul Valéry (Foto: Schulze)
Das Grab ist indes nicht leicht zu finden, und so wird Tag aus Tag ein und immer wieder in der Conciergerie am Friedhofseingang nach dem Weg gefragt. In den fünfziger Jahren, so wird berichtet, hatte der Friedhofswärter, ein Mann, der auf eigene körperliche Bewegung ziemlich wenig Wert legte, seinen Hund derart dressiert, dass dieser die Touristen zum Grabmal Valérys führte. Braver Hund! Wer heutzutage kommt, muss leider auf diesen besonderen Friedhofsführer verzichten. Aber man erhält, wenn man Glück hat, ein gedrucktes Faltblatt mit Wegbeschreibung vom freundlichen Personal am Friedhofseingang.
Literaturhinweis:
Bertrand Beyern, Guide des cimetières en France,
Paris 1994
Internet:
www.feelingsurfer.net/garp/poesie/Valery.CimetiereMarin.html
Titelthema: Tier und Tod
Heft-Rubrik: Titelthema
Personen-Register: Valéry, Paul Brassens, George

